Drehscheibe digitalisieren

Märklin 7186

Ich habe den Original-Motor ausgebaut und mit der Säge den halben Getriebeteil entfernt. Als Ersatz dient neu ein Gleichstrommotor 12 V DC und eine passende Blechunterlage mit elastischer Befestigung.Dadurch wird auch ein Teil des Getriebes entfernt und die Drehbühne läuft nicht nur leiser, sondern auf Wunsch auch einiges schneller.

Damit die Drehbühne nicht mehr durch einen Magneten und eine Rastnase plus Schalter gestoppt wird, muss dieser ganze Mechanismus unter der Drehbühne entfernt werden.

Die spätere digitale Positionierung erfolgt durch die Modellbahn-steuerung. Dazu werden die ebenfalls vorhandenen Punktkontakte und Kontaktringe unter der Drehbühne verwendet.

Direkt vom Booster wird der Digitalstrom zum eingebauten Sound-Decoder über einen der Kontaktringe auf eine der 3 seitlichen Kontakt-Federn in der Mitte des Bühnenstegs übertragen.

Der lange Bereichs-Kontaktring rechts wurde zu einem Punktkontakt umgewandelt für die Position der Drehbühnen-Einfahrt.

Da die komplette Drehscheibe aus Metall besteht, ist auch die ganze Drehbühne und der andere Pol des Decoders über die 4 Drehachsen und den äusseren Zahnkranz sowie das Antriebszahnrad mit der Schienenmasse verbunden.

Ein zweiter Kontaktring und die zugehörige Kontaktfeder wird für die Belegtmeldung der Bühne verwendet. Dh dieser Strom kommt von einem Belegtmelder. Unter der Bühne wird die Kontaktfeder zum Mittelleiter auf der rechten Seite der Bühne verkabelt. Kabelquerschnitte von 0.14 mm2 genügen für alles auf der Drehscheibe.

Die Positionierung der Drehbühne erfolgt mittels der runden Punktkontakte, welche sich um das Zentrum unterhalb der Bühne befinden. Für jede Position der Drehbühne existiert ein solcher Kontaktpunkt.

Hier ist die ursprüngliche Verkabelung für die 6 Abstellgleise und die Drehbühnen-Einfahrt plus die 3 Anschlüsse rechts für die Rundum-Kontaktringe.

Neu werden die runden Kontakte mit je einem Belegtmelder verbunden, damit die Dreh-Bühnenposition später am Stellwerk-Monitor sichtbar gemacht werden kann.

Die kurzen Uebergangsschienen erhalten einen eigenen Belegtmelder. Dies für den Fall, dass mehrere kleine Loks sich auf demselben Gleis aufreihen können. Dafür braucht die Software einen sogenannten Abstellgleis-Einfahrtmelder, damit auf einem bereits besetzten Gleis eine zusätzliche Lok beim Einfahren überhaupt erkannt wird. Die Abstellgleise selbst erhalten ebenfalls einen eigenen Belegtmelder. Dafür werden die Mittelleiterzungen jeweils isoliert oder ganz entfernt.

Der Drehscheibenmotor wird als Lok programmiert und auf eine angepasste Dreh-Geschwindigkeit der Bühne getrimmt. Sanftes Anlaufen und Bremsen der Drehbühne kann ebenfalls über den Decoder programmiert werden, wie eine Lok eben. Die Lastregelung hat dabei die Aufgabe, diese Drehbühne-Geschwindigkeit absolut gleichmässig und unter Kontrolle zu halten. Die Position der Dreh-Bühne ist ab jetzt als Lok durch die Steuersoftware überwacht. Wie in normalen Zugfahrten, spielt es keine Rolle, wenn diese Dreh-Geschwindigkeit später verändert wird, denn die Brems- und Haltemelder funktionieren trotzdem.

Jede Bewegung der Drehbühne wird in der Moba-Steuersoftware als eine Zugfahrt hinterlegt und gesteuert! Dh jeder runde Kontaktpunkt unter der Dreh-Bühne entspricht in dieser Zugfahrt einem Bahnhof mit Haltemöglichkeit. Da die Drehbühne eine Seite mit Kabine hat, aber auch 180 Grad gegenüber funktionieren muss, wird eine Zugstrecke (Drehbühne-Rundstrecke) angelegt. Auf die Drehbühne soll man ja auch in beide Richtungen aus- und einfahren oder auch eine Lok um 180 Grad drehen können.

Unten ist die angelegte Rundstrecke für die Positionen (Bahnhöfe) der Drehscheibe zu sehen. Die kleine Lok, welche anstelle des Drehbühnenantriebs erstellt wurde, ist auf Position oder im Block DS 24 zu sehen.

 

Wenn also die 2 langen Federkontakte unterhalb der Bühne über diese runden Positionskontakte fahren, entspricht die Breite eines der runden Kontaktflächen einer Bahnhoflänge auf der Drehscheiben-Rundstrecke. Jeweils mithilfe der Brems- und Haltemelder werden die Zentren dieser Bahnhöfe und somit die genaue Bühnen-Positionen ermittelt.

Programmierung

Von jeder Gleisposition zu jeder existiert je eine hinterlegte Drehbühnen-Zugfahrt. Die Bahnhöfe der Drehbühnen-Rundstrecke werden nach den Gleisabgängen benannt. Je nach Fahrweg von Zugfahrten und den notwendigen Weichenstrassen, welche auch über die Drehscheibe führen können, werden später diese entsprechenden Drehbühnen-Zugfahrten durch die Drehscheibenfunktionen in der Moba-Steuersoftware ausgeführt.

Das Anfahren der Drehbühne, präzises und sanftes Anhalten in jeder Position erfolgen wie in normalen Zugfahrten von Bhf zu Bhf.

Zugegeben, diese Zugfahrten einzurichten, hat etwas gedauert, denn jede Haltestelle braucht einen Brems- und Haltemelder, welche in zahlreichen Probeläufen erst mal eingestellt werden müssen, damit die Gleisübergänge präzise positioniert werden.

Dass nicht jeder die gleichen Bedingungen hat auf seiner Modellbahn, ist mir klar. Es geht bei meinen Darstellungen lediglich darum, zu zeigen, dass es tausend Wege gibt, sogar Drehscheiben, welche nie und nimmer für Digitalbetrieb gebaut wurden, dafür umzurüsten.

Das Endresultat ist der Beweis, dass sich der Aufwand und die Geduld gelohnt haben!

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