Gleisbau

Schrauben und Nägel waren früher, denn diese übertragen ohne Unterlage den Lärm der Metall-Gleise zusätzlich auf die Grundplatte. Für die Montage der M-Gleise verwende ich elastischen Heissleim von Uhu, um die Schallbrücke zu minimieren.

Immer an den Schienenübergängen und in der Schienenmitte seitlich einen Tupfer Heissleim. Schienen ca 1Min beschweren mit gleichen Gewichten. Die Schienen halten zuverlässig für den Normalbetrieb. Bei nachträglichen Korrekturen werden seitlich mit einem Stechbeitel die Klebstellen abgehebelt, entfernt und nach der Gleiskorrektur ersetzt. Jedenfalls einiges einfacher als Schrauben oder Nägel zu lösen, wenn sie von einer höheren Ebene bereits überdeckt sind.

Probefahren, Testen, Testen...

Alle Streckenteile und Weichen müssen unbedingt vor der Montage der nächst höheren Ebene/Trasse mit verschiedenen, auch heiklen Fahrzeugen in beide Richtungen abgefahren werden. Dazu muss provisorisch der Fahrstrom zugeführt werden. Jeder Schienenübergang sollte in beide Richtungen abgetastet werden, vorallem die Ober- und Innenseite der einzelnen Schienen. Mit einem kleinen Schrägseitenschneider oder sonstigen Werkzeug können kleinste Unebenheiten leicht korrigiert werden. Im überdeckten Zustand sind solche Arbeiten nur noch erschwert möglich.

Geräuschdämmung

Bei den M-Gleisen habe ich mit kurzen, selbstklebenden Moosgummi-Streifen (Rollen à100m Profil 14x8mm) die beiden Hohlkörper stückweise gefüllt, sodass ca 1-1,5 mm aus dem Hohlprofil vorstehen. 

Schienenstösse

Zwischen den Schienen der verschiedenen Herstellungsjahre sind die Schienenstösse nicht immer ganz identisch, weshalb Schienen mit zu grossen Abweichungen entweder aussortiert oder an Ort und Stelle angepasst werden sollten. Für alte Drehgestelle weniger ein Problem, denn sie haben zwischen den Achsen noch Metallwippen, welche sogar heftige Höhenunterschiede ausgleichen. Bei den meisten neuen Modellen sind jedoch viele dieser früher durchdachten Teile heute durch Kunststoff ersetzt und sind wegen mangelnder Flexibilität schon bei kleinen Unebenheiten eine Gefahr für Entgleisungen.

Kurvenüberhöhung

Bei sichtbaren Kurven ist es auch mit dem M-Gleis möglich, die Gleise mithilfe von kleinen Keilen leicht anzustellen. Solche kleinen Kunststoffkeile findet man heute im Baumarkt unter Keramikplatten-Zubehör. Eine Mini-Wasserwage Digital-Anzeige wäre eine Erleichterung, damit die Kurve möglichst gleichmässig nach innen geneigt ist. Wichtig ist ein sanfter Uebergang von der Geraden in die Kurve. Wenn die ganze Kurve mit Keilen und Beschwerung vorbereitet ist, kann mit den Heissklebepunkten begonnen werden.

Gut sichtbar: die Lok neigt sich leicht in die Kurve

Schottern von M-Gleis

Exotisch wie das klingt, ist es auch. Allein die Idee, aber... es funktioniert. Verschiedene interessante Videos im Internet kursieren dazu und belegen die Machbarkeit. Hilfsmittel und Vorgehensweise sind jedoch ziemlich unterschiedlich. ZB werden beim einen Video um die Mittelleiter der Schienen die kleinen Oeffnungen mit Leim vermacht, damit kein unnötiger Schotter darin verschwinden kann. Ich hab das auch mal versucht und nachher einige Anzeige- Probleme bei den Belegtmeldungen erreicht, da sich offensichtlich der Widerstand des Gleises negativ veränderte. Also nur bedingt zu empfehlen, da es zB auch von der Empfindlichkeit der Belegtmelder und vom verwendeten Leim abhängig ist.

Es lohnt sich aber allemal, sich auch über das Schottern von M-Gleisen Gedanken zu machen. Nicht nur die Optik zählt dabei, auch ein nicht unerheblich positiver Einfluss auf die Schienengeräusche ist auszumachen. Wer sich aber dazu entschliesst, das M-Gleis zu schottern, verwertet vermutlich auch die Schienen ein letztes mal oder für eine wirklich feste, endgültige Anlage, sein »Lebenswerk«. Auch das typische und bei der richtigen Bahn unerwünschte Grünzeug kann mit einem Grasmaster nachgeahmt werden.

Als Ergänzung: Bei zweispurigen Strecken oder auch innerhalb der Weichenfelder, am Ende der Bahnsteige usw habe ich jeweils die Schienenseiten mit Abdeckband abgeklebt und zwischen den Schienen/Weichen ebenfalls eine dünne Lage Bauschaum gesprüht. Noch bevor der Schaum ganz getrocknet war, habe ich die Klebstreifen abgezogen ohne dass diese reissen. Nach Trocknung/Ausdehnung das überschüssige Material mit einem langen Cutter oder auch von Hand entfernen. Mit anderen Worten: alles was an Zwischenfläche ein wenig ausgeglichen werden kann, braucht es anschliessend weniger an Material zum Schottern. Erst Schotter streuen, mit feinem Pinsel oder Rasierpinsel verteilen, dann tropfenweise Leim darüberträufeln. Das Leimgemisch für die Schotterung besteht in der Regel aus stark verdünntem Weiss- oder Holzleim (1:10) mit einem Spritzer Abwaschmittel oder Flüssigseife, damit es sich fein verteilt und gut fliesst. Dosiert wird mit einer grossen Pippette oder einer Plastik-Pumplasche mit langem Schnabel.

Geschäumt mit Bauschaum... trocknen... schneiden... formen... und dann begrünt mit dem Grasmaster.

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