Stellwerkplan

Dieser wird mit einer Modellbahnsteuerung, TrainController, iTrain, Rocrail, Win-Digipet usw. erstellt. Den Stellwerkplan braucht es anfangs nur um zu Testen oder Zugfahrten zu Simulieren, auch um Mängel bei den Fahrwegen zu finden. Damit kann bei grossen Bahnhöfen festgestellt werden, ob von A nach B oder von F nach H überhaupt ein Weg führt. Vielleicht will man von A nach B, aber von der anderen Seite in B einfahren. Ist die dazu nötige Kehrschlaufe vorhanden? Für die andere Seite auch? Was nützt eine einseitige Kehrschlaufe? usw

Testen, Testen, Testen

Bevor ich mich für eine Modellbahn-Software entschied, wurden Gratis- und Test-Versionen installiert, erst mal versucht, auf einfachste Weise einen Stellwerkplan zu erstellen. Auf diese Art konnte ich bald mit Simulationsbetrieb feststellen, wieviele Möglichkeiten von Zugfahrten bestehen, je nach Gleisplan. Obwohl es ein mehrere hundert Seiten starkes Handbuch gibt, versuchte ich mich im learning by doing. Ich musste herausfinden, ob ich mit dieser Software zurechtkomme. 

Modellbahnsoftware

Der Funktionsumfang

ist meist so gross, dass wir uns in der Regel nur in einem winzigen Bereich tummeln. Heute verstehe ich, wenn in einem Forum oder im Internet eine Frage nach bestimmter Info gestellt wird: Weil es meist schneller geht, als in einem umfangreichen Handbuch zu suchen. KI kann das in Zukunft vielleicht lösen. Nach vielen Stellwerk-Planversuchen und viel Simulationsbetrieb fand ich schliesslich, dass es TrainController sein musste.

Stand heute: TrainController wird nicht mehr lange erhältlich sein, aber zum Glück gibt es Alternativen. Je länger desto mehr zeigte sich, dass ein Stellwerkplan (schematische und kompakte Darstellung) nützlich ist, aber natürlich noch keinen richtigen Gleisplan ersetzt, anhand dessen der nötige Unter- und Aufbau geplant werden kann.

Gleisplan Foto

Nicht nur eine Gleisplansoftware, von denen es heute zahlreiche im Angebot gibt, sind gefragt, sondern auch genaue Ueberlegungen, wo ich überhaupt wieviel Platz für eine Modellbahn habe.

Eine Ausmessung des vorhandenen Raumes, aber auch Ideen, wie und wo Zugang erforderlich ist. Der Gleisplan zeigt bereits während der Erstellung massstabgenau, was auf der zur Verfügung stehenden Fläche überhaupt möglich ist. Natürlich gibt es heute Flexgleise, welche zwar mehr Freiheit versprechen, aber auch eine Planung erschweren können.

Jedenfalls wird sich folgendes zeigen: Was auf dem Stellwerkplan innnerhalb einer Modellbahnsteuerung entworfen wurde, ist mit einer Gleisplansoftware oder in Wirklichkeit kaum ohne Abspecken unserer Wunschanlage möglich.

Gleisplan, 3 Farben = 3 Booster-Bereiche

Grundregeln

Wendeschlaufen in beide Richtungen planen, denn es bringt nichts, nur einmal zu drehen. Dazu eignet sich zB die Form eines Hundeknochens oder ein Bahnhof, beidseitig 1-spurige Strecke, welche auf derselben Seite eine Schlaufe hat und 1- oder 2-gleisig wieder in den Bahnhof zurückführt.

Keine Gegenkurven ohne Zwischengeraden. Bei Weichenstrassen lässt sich das nicht immer vermeiden, doch auf der offenen Strecke führt es zu unschönem Aus- und Hinundherschwenken der Fahrzeuge. Auch für eine Ueberhöhung der Kurvengleise ist eine Gegenkurve ein NoGo.

Das Lichtmass ist die minimale Höhen-Distanz, welche zwischen Trassenbrettern liegt und hängt nicht nur von der Entscheidung ab, ob mit oder ohne Oberleitung gefahren wird. Auch je nach Wendelradius wird im Gleisplan ersichtlich, welche Steigung wir erhalten oder ob wir statt eines Wendel-Kreises zB ein Oval einplanen müssen, um genügend Durchfahrtshöhe zu erreichen. Es entscheidet sich also sehr bald, welche Steigung wir haben wollen oder alternativ, welche Züge über kritische Steigungen fahren dürfen.

orange=Trennstellen, blaue Punkte=Anschlüsse

Anschlussplan

für die zahlreichen Meldeabschnitte (Blöcke). Sämtliche Trenn- und Anschlussstellen müssen genau platziert werden, damit beim Gleisverlegen auf den fertigen Trassen keine Anschlussschienen vergessen gehen. Damit wird auch sichtbar, wie das Ganze auf Boostersektoren verteilt werden kann.

Je grösser ein Bahnhof wird, desto mehr Zugfahrten, Fahr- oder Weichenstrassen sind möglich, aber auch desto kürzer werden die einzelnen Bahnhofgleise. Diese bestimmen wiederum die maximalen Zuglängen. Da ich bei meiner Anlage einen möglichst grossen und vielseitigen Bahnhof wollte, musste ich bei den Weichenfeldern einen Kompromiss eingehen, um möglichst lange Bahnhofgleise zu erreichen. Dazu mussten vermehrt auch Bogenweichen eingesetzt werden. Wie sich herausstellen sollte, hat sich das trotz vorsichtigen Prognosen voll bewährt. Einige entscheidende, aber platzintensive Gleiswechsel sind somit einfach vom Bahnhofbereich ausgelagert worden.

Allgemein ist auch zu bedenken, welche Bereiche und Gleise am Schluss überhaupt sichtbar sind oder sein sollten.

Viel Betrieb

Dazu braucht es in einem Bahnhof parallele Ein- und Ausfahrten und damit die Möglichkeiten, mit mehreren Zügen gleichzeitig, auch im Gegenverkehr zu fahren. Dies geht nur auf Kosten der Bahnhofslänge, was aber mit Doppelkreuzungen entschärft und vereinfacht werden kann.

Schattenbahnhöfe oder unterirdische Abstellgleise

setzen voraus, dass der Gleisplan auf mehrere Ebenen aufgeteilt wird. Der Höhenunterschied der verschiedenen Ebenen ist nicht nur vom Lichtmass abhängig, sondern auch vom jeweils nötigen Zugang, welcher bei einem «Notfall« immer vorhanden sein sollte. Meine Modellbahn hat ein Unterkanntmass der untersten Ebene von 90 cm. Dh ich kann mich bequem auf einem Rollbrett oder auf einem Rollsitz unter der gesamten Anlage verschieben und habe praktisch überall von unten Zugriff auf Schattenbahnhof, Wendel usw. Mit der Erfahrung von heute würde ich vielleicht auf 80cm runter, doch auf keinen Fall tiefer, man wird ja nicht jünger.

Abstand der Ebenen / Lichtmass

- Schattenbahnhof je nach Anzahl der Gleise mind 20 cm

- Wendel- und Durchfahrtshöhen bis 2 Gleise mind. 9 cm

- Breitere Gleisfelder nach Möglichkeit 20cm

Grosszügige Lichtmasse zwischen den Ebenen für guten Zugang

Sichtbar auch der rechteckige Zugang für den ovalen Wendel

Wo beginnen?

Wir müssen also meist beim wichtigsten Bahnhof anfangen, mit Weichenfeldern und Gleislängen, welche uns wichtig sind. Diese mühsahme Vorarbeit wird uns nicht erspart, denn der Bahnhof und die sichtbaren Strecken sind am Ende das Einzige, was überhaupt sichtbar bleibt. Es ist also möglich, dass wir uns vom Bahnhof oder auch von der Ebene 0 nach unten in einen gewünschten Schattenbahnhof und auch nach oben ins mehrstöckige Gebirge hocharbeiten.

Zugänge

Bei grösseren Flächen, zB ein 10-gleisiger Hauptbahnhof ist es unbedingt notwendig, dass er von 2 Seiten, also auch durch eine geplante Körperöffnung in der Grundplatte zugänglich ist. Deshalb ist der Gleisplan das A und O für den umfassenden Zugang zu allen Gleisen.

Die Baurichtung

geht später natürlich nur von Unten nach Oben und erst, wenn wirklich alles mit der Gleissoftware fertig geplant ist. Für meine Anlage habe ich eine einfache, fast selbsterklärende und günstige Gleissoftware gesucht und bin bei Anyware gelandet. Sicher gibt es aber viele Varianten und Angebote, welche erst einmal kostenlos getestet werden sollten. Der Vorteil einer Software besteht hauptsächlich darin, dass sämtliche festen Radien jedes Gleissystems darin enthalten sind. Damit lässt sich schnell feststellen, welche Ansprüche an die eigene Modellbahn und deren Möglichkeiten überhaupt auf den Grundriss passen. Wendeldurchmesser oder Steigungen können jederzeit geändert und angezeigte Lichtmassprobleme bei Gleisüber- und Unterquerungen sofort entschärft werden.

Bei Flexgleisen ist zwar fast jeder Radius möglich und es gibt weniger Trennstellen als mit Festgleisen, doch gibt es auch Gegenargumente. Ich habe mich bewusst für Festgleise entschieden, um komplett alles möglichst planbar zu halten. Somit lassen sich auch viele Vorbereitungen, Arbeiten, Bestellungen, Anschaffungen und Kosten besser abschätzen.

 Das Highlight, die Sicht in 3D

welche allfällige Planungsmängel sofort sichtbar macht, zB ungleichmässige Steigungen, Höhenfehler, sonstige Massfehler, auch Schienensprünge usw. Auch Gelände, Oeffnungen für den späteren Zugang, Tunnels, Häuser, Vegetation können dargestellt werden.

Sichtbar sind die schwarzen Rechtecke und die vorgesehene Aufteilung des offenen Rahmens. Alles wird mit dem Gleisplan entschieden worden.

1. Vorentwurf in 3 D, das was voraussichtlich sichtbar bleibt.

Wenn alles passt

dann gehts zur Vorbereitung der Grundplatten oder die Planung und Einteilung des Offenen Rahmens, damit die Oeffnungen für den Zugriff von unten mit dem fertigen Gleisplan auch wirklich übereinstimmen.

Schulterbreite als Mindestmass

welches je nach Gleisplan wenigstens diagonal durch eine Oeffnung passen sollte.

zB 50 x 50cm und 50 x 100cm oder 60 x 60cm und 60 x 120cm

Der ganze Rahmenbau war eine der motivierendsten, aber auch vorentscheidenden Arbeiten beim Aufbau. Nicht ganz billig, denn das teure Pappelsperrholz habe ich zuschneiden lassen, dafür weniger Staub inhaliert. Hat sich aber über die letzten Jahre bereits mehrfach gelohnt.

Entscheidung Fundament

Ob für das Fundament eine oder mehrere Grundplatten genügen oder ob es einen offenen Rahmen braucht, muss zuerst ein definitiver, masshaltiger Gleisplan aus einer Gleissoftware vorhanden sein. Nicht die Grösse des vorhandenen Raumes, welcher zur Verfügung steht ist massgebend, sondern die Form und Art der Anlage, der Zugang zu den Gleisen und die Anzahl Ebenen oder »Stockwerke«.

Grundplatte

Hat die Gleisplan-Fläche eine U- oder L-Form, ist die Fläche von 2 Seiten zugänglich und beschränkt man sich auf vielleicht 1-2 Aufstockungen, kann es Sinn machen, eine oder mehrere Grundplatten zu verwenden, welche eigene, höhenverstellbare Füsse oder Rollenbeine haben sollten.

Da ich nebst einem grossen Bahnhof, Schattenbahnhöfen und auch mehrere Gebirgsstrecken mit Haltestationen wollte, entschied ich mich für den offenen Rahmenbau. Diesen habe ich mit leichtem, stabilem Pappel-Sperrholz geplant.

Höhe 100mm, Dicke 15mm

Der offene Rahmen

Sind jedoch Schattenbahnhöfe, Wendel und Bergstrecken geplant, empfiehlt sich ein offener Rahmen. Dadurch ist auch bei einem vollflächigen Anlagenbau jederzeit der Zugang von unten gewährleistet.

Der Offene Rahmen hat den Zweck, dass in regelmässigen Abständen quadratische Oeffnungen vorhanden sind, in denen gut mit den Armen der Zugriff zu den Gleisen und sogar mit dem ganzen Körper ein Durchschlupf möglich wird. Bei runden Wendeln ist mittig mindestens ein Körpereinstieg notwendig, bei ovalen eventuell 2 zusammenhängende Quadratfelder des Rahmens. Die Längs- und Aussenträger der ganzen Rahmensegmente sind möglichst als ein durchgehendes Holzelement vorzusehen, damit eine genügende Stabilität für grosse Stützenabstände erzielt wird.

Unterbau / Füsse

Aufgrund des Rahmengrundrisses sind je nach Segmentunterteilung, Anlagenhöhe und -Gewicht genügend Stützen einzuplanen. Bei meinem "Alpenkeller" sind breite Holz-Füsse montiert, dh stabil in Richtung der grossen Hartgummi-Rollen, denn die Anlage wird nur gerade 60cm hin und zurück geschoben. Dies für den sicheren Zugang hinter die ganze Anlage an die Gleise, aber auch an alle die örtlichen Decoder und Belegtmelder.

Zu empfehlen sind jedoch Füsse aus Metall, welche breite, stabile Montagesockel und Rollen besitzen und eine verstellbare Höhe haben. Dies, um Bodenunebenheiten mit jeder einzelnen Stütze auszugleichen und den kompletten Rahmen mit der Wasserwaage auszurichten. Für die Montage der Füsse empfehle ich eine breite, stabile Holzfläche auf der Grundplatte oder dem Holzrahmen. Bei fertiger Anlage kommt mit allem Drum und Dran ein ganz schönes Gewicht zusammen. Ist die Anlage in einzelne Segmente unterteilt, sollte deshalb jedes Element sicher auf eigenen Füssen stehen. Dies ermöglicht bei knapper Raumgrösse, die einzelnen Teile getrennt bis und mit der untersten Ebene fertigzustellen.

Zu empfehlen

Die einzelnen Rahmenbretter sollten noch vor der ganzen Montage auf den Längsseiten richtig entgratet oder sogar etwas abgerundet werden. Wenn sich später der Bahnbauer hundertfach unter dem Rahmen durchbewegt, gibt fast jeder Schulter-, Arm oder Kopfkontakt blaue oder gar blutige Stellen. Sind alle Segmente komplett, müssen diese mit Holzdübeln oder sonstigen Positionierhilfen und Zylinderschrauben als Ganzes fixiert werden.

Richtige Platzierung

wichtig ist auch für diese Arbeit, dass der komplette Rahmen möglichst genau dort platziert wird, wo die Modellbahn letztendlich zu stehen kommt, denn selten ist ein Boden im Estrich oder im Keller genau eben. Anschliessend wird der komplette Rahmen in der Höhe ausnivelliert mit den höhenverstellbaren Füssen. Das ganze vereinfacht später die Trassen- und deren Stützenmontage, indem immer vom Höhenmass ab Rahmen ausgegangen werden kann, da dieser topfeben ist. Somit erhält man bei konsequenter Uebernahme der Höhenmasse vom Gleisplan genaue und gleichmässige Steigungen.

Seitlich

an die Rahmenelemente werden später Weichendecoder, Belegtmelder, Stromverteiler oder sonstige Elemente montiert. Die Platzierungen werden ebenfalls entsprechend dem Gleisplan festgelegt, damit es möglichst kurze Zuleitungen braucht. Somit ist auch ein guter Zugang zu den Kabelanschlüssen vorhanden.

Oberseite

der Rahmenelemente. Dort ist Platz für Kabelkanäle oder Geländerippen, Abstützungen usw., Grösse, Form, Aufteilung in Segmente und den Rippenabstand ergab sich auch erst nach dem definitiven Gleisplan. Auch die Quadrate für normale Zugänge oder Rechtecke für ovale Wendel.

Bevor man sich für ein Minimalmass der Rechteckstruktur entscheidet, hilft als Hinweis die eigene Schulterbreite plus ein paar cm Reserve, um sich auch in einer kleinen Oeffnung noch irgendwie drehen zu können.

A3-Drucker

Den gesamten Gleisplan für jede Ebene 1:1 auf A3 Papier schwarz/weiss auszudrucken, ist eine grosse Erleichterung für das Erstellen der Trassenbretter. Dazu werden die vielen A3 Seiten aus dem Gleisplanprogramm mit sogenannten Eckzeichen ausgedruckt, anschliessend genau positioniert und überlappend mit Klebband fixiert. Es erleichtert auch für Trassenbretter die Einteilung und sinnvolle Nutzung von Ganz-Holzplatten mit möglichst wenig Verschnitt.

Wendel und Trassen

plante ich mit 8mm Sperrholz, 6mm genügt auch, braucht aber häufigere Abstützungen zum Rahmen oder zur nächsten Ebene. Wendeltrassen können auch in kleinere Segmente unterteilt werden und nachträglich zusammengefügt werden, ohne die berechneten Lichtmasse zu tangieren.

Für eine Verbindung von Trassenbrettern ohne gemeinsame Stütze oder Geländerippe ist es möglich, beidseitig ein kurzes Alu-U-Profil überzustülpen. Für jede Trassen-Dicke gibt es heute Alu-U-Profil, welches ohne Stabilitätsverlust, ohne Schrauben oder Bohren genau über das Trasse-Brett passt. Zusätzlich ein paar Tropfen Heissleim ins Profil und andrücken, fertig. Da diese Verbindung seitlich liegt, tangiert sie kein Lichtmass.

Bahnhofsebene

oder grössere Flächen plante ich mit 10mm Sperr- oder Mehrschichtholz, möglichst an einem Stück. Fehlt unter dieser Fläche die Möglichkeit einer Abstützung durch den Rahmen, kann eine kritische Distanz auch durch eine

Hartholzleiste zB 5x30mm verstärkt werden. Diese wird bis zu einer Länge von ca 1m hochkant unter die Holzfläche mit Heissleim geklebt. Wichtig sind nur 2 Leimstellen am äussersten Ende, welche sofort angepresst werden, solange der Leim noch flüssig ist und dann noch eine seitliche Klebstelle in der Mitte.

Korrektur

Erst durch das Auflegen des Gleisplans wurde klar, dass im Hauptbahnhof ein Gleis des Guten zu viel war.

Der Bahnhof hat jetzt nur noch 9 Gleise, das kürzeste musste zugunsten der Sicherheit für die Fahrzeuge entfernt werden.